Nacktscanner?
Wieso Nacktscanner?

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Nacktscanner

Nacktscanner sind moderne Abtastgeräte, neuerdings auch Körperscanner genannt, die die Rückstreuung eines mit Röntgenstrahlen oder Terahertzwellen bestrahlten menschlichen Körpers erfassen und auf diese Weise durch Kleidung hindurch Nacktbilder in Photoqualität erstellen. In einer Pressemeldung vom 23. Feb. 2007 enthüllt die US-amerikanische Transportation Security Administration (TSA), dass der Einsatz von Nacktscannern bei Sicherheitskontrollen am Phoenix Sky Harbor Flughafen in Arizona erprobt wird. Bereits am 11. Okt. 2007 berichtet die TSA, 79 Prozent der betroffenen Fluggäste hätten sich anstelle des bisher üblichen Abtastens freiwillig für den neuen Nacktscanner entschieden. TSA zufolge, wird beim Nacktscan schmalbandige Röntgenstrahlung geringer Intensität verwendet ("narrow, low intensity x-ray beam"), die für den Körper ungefähr so gesund ist wie 15 Minuten natürlicher Sonnenstrahlung. In den kommenden Monaten, heißt es in der Meldung, sei der Einsatz weiterer "millimeter wave machine" genannter Nacktscanner an den internationalen Flughäfen JFK in New York and LAX in Los Angeles geplant. Europäische Medien berichten seit Spätsommer 2008 über den Einsatz von Nacktscannern bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen in Amsterdam, London, und Zürich (siehe Nacktscanner/Körperscanner an Flughäfen).

Die neue Nacktscanner-Technology liefert tatsächlich verblüffend scharfe Nacktbilder durch Kleidung hindurch. Von Terror- und Flugangst geplagte Reisende könnten nun geneigt sein, die Nacktscanner-Technologie als Meilenstein der Terror-Abwehr zu feiern, doch dem ist nicht so. Hier sind 10 Gründe, warum Nacktscanner zwar tolle Nacktbilder aufnehmen, aber keine Terroristen fangen:

10 Gründe, warum der Nacktscanner kein Terroristenfänger ist

  1. Echte, ausgebildete Terroristen sind derart im unbewaffneten Nahkampf versiert, dass sie einen nichtsahnenden Piloten blitzschnell überrumpeln und ausschalten. Hände, die Töten können, fallen beim Nacktscan nicht als gefährlich auf, aber Piloten müssen zum Essen oder Pinkeln immer noch die scheinbare Sicherheit ihres Cockpits verlassen.
  2. Der Nacktscanner kann Bodypacking nicht erkennen, weil er nicht in den Magen oder Darm schaut. Das wäre zur erfolgreichen Terrorabwehr aber dringend erforderlich, wie das Beispiel des Selbstmordattentäters von Dschidda am 27. August 2009 zeigt. Das ist durchaus kein Einzelfall: Der deutsche Zoll nahm im Januar 2008 einen Drogenkurier fest, der 750 Gramm Kokain im Bauch schmuggelte, und bei der Kontrolle nur deshalb auffiel, weil er "widersprüchliche Angaben über seinen Reiseweg" machte. Echte, ausgebildete Terroristen wissen auf die selbe Weise statt 0,75 Kilogramm Kokain eine vergleichbare Menge Plastiksprengstoff oder brisante Flüssigkeiten zu transportieren, und ihre Verdauung so zu trainieren, dass der Bombenbau irgendwann während des sechs- bis zehnstündigen Fluges in der Flugzeugtoilette erfolgen kann. Solche Terroristen fallen beim Nacktscan nicht auf, weil im Nacktscanner kein Zollbeamter mit ihnen spricht.
  3. Terroristen verfügen über eine Körperöffnung, in die der Nacktscanner nicht hineinsehen kann, die aber seit Jahrhunderten für den Transport gefährlicher oder verbotener Gegenstände genutzt wird. Aus diesem Grund sind Leibesvisitationen in Justizvollzugsanstalten in der Regel vorgeschrieben, und schließen auch die Durchsuchung von Körperöffnungen wie Mundhöhle, Gehörgang, und Rektum ein. Reisende, die sich im internationalen Flugreiseverkehr irgendwie verdächtig gemacht haben, können deshalb durch das U.S. Bureau of Customs and Border Protection (CBP) einer manuellen Durchsuchung der Körperöffnungen (engl. Body Cavity Search) unterzogen werden.
  4. Weibliche Terroristen verfügen über eine zusätzliche, zum Transport brisanter Flüssigkeiten bestens geeignete Körperöffnung, deren bloßes Vorhandensein Frauen künftig selbst nach erfolgreichem Nacktscan noch doppelt verdächtigt erscheinen lässt.
  5. Echte, ausgebildete Terroristen wissen eine am Rand scharf geschliffene Kreditkarte aus Kunststoff als Waffe zu verwenden, die der Nacktscanner nicht als gefährlich einstuft. Bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen wird nach Teppichmessern gefahndet, nach rasiermesserscharfen Kreditkarten nicht. Schon das herausgerissene, kunststofflaminierte Datenblatt eines biometrischen Reisepasses ist scharf und verwindungssteif genug, um in geübten Händen zur tödlichen Waffe zu werden.
  6. Echte, ausgebildete Terroristen wissen einem gespitzten Bleistift oder Kugelschreiber als Stoßwaffe zu verwenden, den jeder Fluggast nach dem Nacktscan unbeanstandet mit ins Flugzeug nehmen darf, oder von freundlichen Flugbegleitern an Bord ausgehändigt bekommt.
  7. Echte, ausgebildete Terroristen wissen den aufgeklappten und im Gehäuse fest arretierten Autoschlüssel ihres Audi, VW, Mercedes, oder anderen Fahrzeugs wie eine Stichwaffen zu verwenden, die sie nach dem Nacktscan unbeanstandet mit an Bord eines Flugzeugs nehmen dürfen. Außerdem lernen sie in Terror-Camps überall auf der Welt, ihren aufklapp- und arretierbaren Autoschlüssel so scharf zu schleifen, dass er einem kleinen, rasiermesserscharfen Springmesser entspricht.
  8. Echte, ausgebildete Terroristen wissen den gut 5 cm langen, spitzen Dorn eines JOOP! Gürtels derart in der Gürtelschnalle zu arretieren, dass er sich als Stoßdolch oder Schlagring eignet. Flugreisende erhalten ihre Gürtel mit Schnalle und Dorn nach dem erfolgreichen Nacktscan unbeanstandet zurück, und sind damit an Bord bestens bewaffnet.
  9. Echte, in Origami ausgebildete Terroristen wissen die Titelseite des Spiegel oder der Bunten so zu falten und mit einem kurzen Stück Draht oder Kordel zu versehen, dass daraus eine täuschend echte Sprengsatzattrappe entsteht. Spiegel, Bunte und andere geeignete Illustrierte sind nach bestandenem Nacktscan an Bord des Flugzeugs erhältlich.
  10. Echte, ausgebildete Terroristen wissen Kaffeetassen aus Kunststoff so zusammenzusetzen, mit Griffband für Tennisschläger zu umwickeln, und mit einem Schlüsselring zu versehen, dass daraus eine ungewöhnlich große, aber für Fluggäste und Kabinenpersonal täuschend echte Eierhandgranate entsteht. Griffband für Tennisschläger gilt bei Sicherheitskontrollen als unbedenklich, und Kaffeetassen werden nach dem Nacktscan an Bord des Flugzeugs verteilt.

Nacktscanner liefern überzeugende Nacktbilder, so viel steht fest, aber sie können keinen ernsthafen Terroristen und Flugzeugentführer daran hindern, gefährliche Gegenstände oder Flüssigkeiten mit an Bord eines Flugzeugs zu nehmen.

Wenn Fluggesellschaften und Sicherheitsbehörden nun auf Nacktscanner setzen, möchten sie damit vielleicht in erster Linie das subjektive Sicherheitsgefühl von Flugreisenden beeinflussen, die gar nicht darüber nachdenken wollen wie gefährliche Gegenstände und explosive Flüssigkeiten tatsächlich an Bord eines Flugzeuges gelangen können.

Falls Nacktscannen wirklich so gesund ist wie 15 Minuten Sonnenbaden, steht dem flächendeckenden Einsatz der neuen, ca. 150.000 Euro teuren Geräte sicher nichts mehr im Wege. Erwachsene Touristen können selbst entscheiden, ob sie unbedingt fliegen müssen und nacktgescannt werden wollen. Bei mitreisenden Kindern stellt sich allerdings die Frage, ob sie ebenfalls einem Nacktscan unterzogen werden und, wenn ja, welche Maßnahmen zum Schutz vor Missbrauch der angefertigten Nacktbilder zu ergreifen sind. Mit zunehmender Verbreitung der neuen Technologie könnte sich der Nacktscanner-Arbeitsplatz nämlich schnell zum Traumjob für pädophile Bildersammler und Tauschringbetreiber entwickeln. (ks)

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